Fußballklubs der DDR – Der Glanz verblasst

Die DDR ist seit 30 Jahren Geschichte, doch die Erinnerungen an die vergangenen Zeiten im Fußball sind bei den traditionsreichen Ost-Clubs nach wie vor allgegenwärtig. Hansa Rostock im Europapokal der Landesmeister, der SC Magdeburg als Sieger im Europapokal der Pokalsieger gegen den AC Mailand. Auch Carl-Zeiss Jena und Lokomotive Leipzig schafften es bis ins Endspiel eines internationalen Wettbewerbs. Zeiten, von denen heute nicht mehr viel übrig geblieben ist.

Leipzig hält die Fahne hoch

Heutzutage ist die erfolgreichste Profimannschaft aus den neuen Bundesländern RB Leipzig. Ein Verein, der gerade einmal seit 2009 existiert und sich bereits als Topklub der Bundesliga etabliert hat. Die Rasenballer werden bei den Fußball Quoten wie bei William Hill sogar schon als Meisterschaftsanwärter neben den Bayern und Dortmund geführt. Dennoch gibt es viele Fans, die sich einfach nicht mit dem Brauseklub identifizieren können. Es fehlt einfach die Tradition, die Basis, auf der die Liebe für einen Verein beruht. Manch einer fiebert schon seit Kindesalter mit seinem Herzensklub mit. Dabei mussten die Fans aus der DDR viel Leid ertragen, denn auch in den unteren Ligen spielen Vereine aus dem Osten heutzutage meist nur eine Nebenrolle.

Ein Klub aus Leipzig mit genügend Tradition war der VfB, doch den dreifachen deutschen Meister und die einst stärkste Mannschaft des Landes gibt es bereits nicht mehr. Ebenso wenig wie den Nachfolgeverein 1. FC Lokomotive, der viermal den FDGB-Pokal gewinnen konnte. Nach der Wiedervereinigung nannte sich der Verein wieder in VfB Leipzig um und spielte sogar in der Bundesliga. 2004 folgte die endgültige Insolvenz und die Einstellung des Spielbetriebs. Hinter den Rasenballern folgt aus Leipzig lange nichts mehr. Erst in der Regionalliga Nordost findet man mit dem 1. FC Lokomotive, der 2003 ebenfalls neu gegründet wurde, und BSG Chemie wieder zwei Klubs aus der Stadt.

3. Liga mit viel Tradition

In der Bundesliga spielt neben Leipzig kein weiterer Klub mehr aus dem Osten. In der 2. Bundesliga sieht es nicht viel besser aus. Lediglich der FC Erzgebirge Aue hat es geschafft, sich dauerhaft im deutschen Unterhaus zu halten. Damals noch als Wismut Aue konnte der Klub dreimal die DDR-Oberliga gewinnen. Ein Aufstiegskandidat in die Bundesliga waren die Veilchen bislang allerdings noch nicht.

Heutzutage halten sich die traditionsreichsten DDR-Klubs hauptsächlich in der 3. Liga auf. Hier sind der 1. FC Magdeburg, Dynamo Dresden, Hansa Rostock, der FSV Zwickau und der Hallesche FC vertreten. Dynamo und Hansa kann man dabei durchaus aus Spitzenklubs der Liga bezeichnen, die immer wieder mal um den Aufstieg mitspielen. Vor allem die Dresdner sehen sich selbst mindestens als Zweitligist. Rostock war sogar von 1995 bis 2005 ununterbrochen in der Bundesliga dabei. Seit Beginn der 2010er Jahre hofft man, zumindest wieder ins Unterhaus zu kommen.

Rekordmeister nur in der Regionalliga

Die Rostocker waren auch der letzte Meister der DDR-Oberliga. Rekord-Titelträger ist der Berliner FC Dynamo. Ein Klub, der nach der Wiedervereinigung völlig in der Versenkung verschwunden ist und seitdem nur noch Erfolge auf lokaler Ebene verbuchen konnte. Einst war der BFC Dynamo Dauergast im Europapokal. Heute kann man froh sein, dass man zumindest in der vierthöchsten Spielklasse antreten kann.

Damit befinden sich die Berliner in guter Gesellschaft. Energie Cottbus, das es schon bis in die Bundesliga geschafft hat, spielt mittlerweile ebenfalls nur noch im Amateurbereich. Dieses Schicksal teilt man sich mit Rot-Weiß Erfurt, dem DDR-Meister von 1954 und 1955 (als Turbine Erfurt). Seit der Saison 2020/21 sind auch die Traditionsvereine vom Chemnitzer FC und Carl-Zeiss Jena wieder viertklassig.

Beide Klubs pendeln immer wieder zwischen Amateur- und Profibereich. Oben halten können sie sich auf Dauer nicht. Mit Magdeburg könnte bald ein weiterer früherer Ost-Meister hinzukommen. Der Klub aus Sachsen-Anhalt spielte vor zwei Jahren noch in der 2. Bundesliga. Nun droht der totale Absturz in die Viertklassigkeit. Ein alarmierendes Zeichen für den einstigen Fußball in den neuen Bundesländern.