Die größten Siege der DDR-Fußball-Geschichte

Nicht nur historisch und politisch kommt der DDR in der Geschichte Deutschlands eine besondere Bedeutung zu. Auch sportlich erreichten Athleten aus der Deutschen Demokratischen Republik viele außergewöhnliche Erfolge, so auch die Fußball-Nationalmannschaft. Ein Blick auf einige der größten Siege der DDR und den Aufschwung des Fußballs in den neuen Bundesländern.

Ein Bruderduell bleibt Generationen in Erinnerung

Als eigenständige Nationalmannschaft der DDR bleibt vor allem ein Spiel in Erinnerung aller Menschen – selbst jenen, die damals noch gar nicht geboren waren. Der Name Jürgen Sparwasser ist wohl für immer mit jenem Spiel bei der WM 1974 verknüpft, als es zum einzigen Duell der Fußball-Geschichte zwischen DDR und BRD kam. Die DDR gewann das Bruderduell durch ein Tor des Akteurs vom 1. FC Magdeburg mit 1:0 und schockte damit nicht nur den großen Nachbarn. Noch heute weiß Sparwasser: „Das ist deutsch-deutsche Fußballgeschichte und wird immer so bleiben.“ Trotz der politisch angespannten Lage waren die Spieler untereinander deutlich freundlicher gestimmt, tauschten nach dem Schlusspfiff sogar die Trikots. Als in der 78. Minute ein langer Pass von Erich Hamann bei Sparwasser ankam, setzte er sich gegen drei Gegenspieler durch und stand schließlich allein vor Sepp Maier. Durch die Verzögerung rutschte Verteidiger Horst-Dieter Höttges ins Leere und Sparwasser hob den Ball an Maier vorbei ins Netz. Es war ein Moment für die Ewigkeit – tatsächlich auch für die BRD, die das Duell als Wecker nutzte und ihr Heimturnier schließlich gewinnen konnte. Ein zweites Duell wurde nur durch den Mauerfall verhindert. Die UEFA hatte die Nachbarn in eine Gruppe zur Qualifikation für das Turnier in Schweden 1992 gelost.

Olympischer Halbfinal-Triumph in Moskau

Mit Gastgebern schienen sich die Fußballer der DDR besonders gut auszukennen. Ein weiterer der größten Triumphe kam während der Olympischen Sommerspiele 1980 in Moskau zustande. Nachdem die Gruppe mit Spanien, Algerien und Syrien und das Achtelfinale gegen den Irak keine großen Herausforderungen an die Mannschaft von Rudolf Krause stellen konnte, kam es im Halbfinale zur mit Spannung erwarteten Auseinandersetzung mit der UdSSR. Die Bühne? Das Luzhniki-Stadion in Moskau vor 95.000 Zuschauern. Entgegen aller Erwartungen war es nicht die Sowjetunion, die den Platz siegreich verließ. Dafür sorgte der viermalige Turniertorschütze Wolf-Rüdiger Netz schon in der 16. Minute des Spiels. Die Bedeutung des Sieges wurde erst deutlich, als das Spiel um Platz 3 von der UdSSR gewonnen wurde, die eigene Mannschaft jedoch gnadenlos ausgepfiffen wurde. Auch die DDR scheiterte schließlich am letzten Schritt und wurde gegen die CSSR nach einer 0:1-Finalniederlage Zweiter.

Aufschwung im Osten durch „Projekt Leipzig“

Lang vorbei sind die Zeiten eines geteilten Deutschlands und somit auch einer eigenen Nationalmannschaft der DDR. Die wiedervereinigte Nation holte 1990 und 2014 bereits zweimal wieder einen Weltmeisterschaftstitel und ließ vor allem in letzter Zeit kaum nach. Abermals ist Deutschland in den Fussball Wetten bei William Hill Deutschland der große Favorit auf den Titel in Russland 2018. Eine Quote von 6,00 (Stand 9. November) auf die Titelverteidigung unterstreicht die momentane Ausnahmestellung der Mannschaft von Joachim Löw in internationalen Vergleich. Nachdem der Osten Deutschlands für viele Jahre mit Ausnahme von Energie Cottbus keinen erstligatauglichen Spitzenfußball bewundern durfte, brachte insbesondere der kontrovers diskutierte Aufstieg von RB Leipzig eine ganze Region zurück auf die Landkarte. Folgerichtig wurden aktive Spieler aus den neuen Bundesländern auch wieder relevant für die Nationalelf. Durch die Vizemeisterschaft und damit verbundene Champions League-Qualifikation fanden sich Akteure wie Stürmer Timo Werner, Mittelfeldmann Diego Demme oder zuletzt Linksverteidiger Marcel Halstenberg im Kreis von Löws Auserwählten wieder.

Die Zeit der DDR-Nationalmannschaft war vor allem geprägt durch große Leistungen wie den Siegen über BRD und UdSSR bei den Turnieren, für die man sich erfolgreich qualifizieren konnte. Im vereinigten Deutschland bringt hingegen mittlerweile vor allem die Präsenz und das Engagement von RB Leipzig einen Aufschwung für den Ost-Fußball.