Matthias Sammer: Eine Erfolgsstory

In seiner aktiven Zeit war er einer der besten Spieler der Welt. Er ist der letzte Torschütze der DDR-Nationalmannschaft und wurde mit der deutschen Auswahl 1996 Europameister und auch als Trainer und Fußballfunktionär feierte Erfolge. Grund genug, einen Blick auf die unglaubliche Karriere von Matthias Sammer zu werfen.

Alles begann in Sammers Geburtsstadt Dresden bei seinem Stammverein Dynamo. Als Neunjähriger kam Sammer zur SGD und folgte damit dem Erbe seines Vaters Klaus, der von 1965 bis 1975 ebenfalls für Dynamo Dresden gespielt hatte. Seinen Einstand im A-Kader feierte er als knapp 18-Jähriger. In der Folge holte er mit Dynamo zweimal die DDR-Meisterschaft, sowie 1990 den DDR-Pokal. „Dresden waren 22-Jahre meines Lebens. Jeder weiß, die Kindheitsprägungen sind die stärksten. Die lodern in mir. Deshalb ist mein Gefühl zu Dresden sehr stark“, blickte Sammer auf Tage in der sächsischen Landeshauptstadt zurück. Noch heute sieht er sich so oft wie möglich die Zweitligaspiele von Dynamo an. Sein Wunsch wäre es, „Dynamo Dresden“ im Fußball-Oberhaus zu sehen, jedoch zählen diese auch in der zweiten Liga eher zur unteren Mittelklasse. Der Aufstieg in dieser Saison ist beinah unmöglich und auch die Bundesliga Wettquoten sprechen in der Regel gegen Dynamo. Nicht verwunderlich, denn in der laufenden Saison konnten die Sachsen lediglich 5 von 16 Spielen gewinnen.

Für Sammer selbst ging es im Rahmen der politischen Wende 1990 in die Bundesliga zum VfB Stuttgart. Unter Trainer Christoph Daum wurde er mit den Schwaben 1992 Deutscher Meister. Seine Leistungen im VfB-Trikot blieben auch im Ausland nicht unentdeckt und so sicherte sich Inter Mailand in der Saison 1992/93 seine Dienste. Sein Italien-Abenteuer dauerte, obwohl sportlich mit vier Toren aus elf Spielen recht erfolgreich, nur wenige Monate. Bereits im Winter nahm er ein Angebot von Borussia Dortmund an. Es sollte der Beginn seiner erfolgreichsten Zeit als Profi sein. Zunächst auf seiner angestammten Position im zentral-defensiven Mittelfeld eingesetzt, wurde er von Trainer Ottmar Hitzfeld zunehmend auf die Position des Liberos beordert. Dank seiner Zweikampfstärke und Antizipationsfähigkeit schien diese Position wie geschaffen für Sammer. Mit dem BVB gewann er zwei deutsche Meisterschaften 1996. Mit der Nationalmannschaft holte er zudem 96 den Europameistertitel. Seine starken Leistungen bei diesem Turnier sollten ihm wenig später auch den Titel von Europas Fußballer des Jahres einbringen. 1997 gelang dem BVB, angeführt von Sammer, mit dem Finalsieg über Juventus Turin auch der Sieg in der Champions League. Der bislang größte Erfolg der Vereinsgeschichte.

Aufgrund einer bakteriellen Infektion, zugezogen bei einer Knie-OP, verpasste Sammer die WM 1998 in Frankreich und musste nur ein Jahr später seine aktive Karriere beenden. Aber Sammer machte weiter, erfolgreich wie eh und je und wurde mit nur 34 Jahren beim BVB jüngster Meistertrainer der Bundesliga-Geschichte. 2006 wurde er Sportdirektor beim DFB. In seiner Amtszeit fielen mehrere Titel im Nachwuchsbereich. 2012 heuerte er beim FC Bayern München an. Zunächst als Vorstand für Lizenzspielerangelegenheiten tätig, übernahm er nach zwei titellosen Saisons den Posten des Sportdirektors von Christian Nerlinger. In seiner ersten Saison als Sportdirektor holten die Bayern das Triple aus Deutscher Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League.

2016 wurde sein Vertrag beim deutschen Rekordmeister auf eigenen Wunsch aufgelöst. Eine Durchblutungsstörung im Gehirn zwang den ehrgeizigen Fußballfunktionär dazu, kürzer zu treten. Mittlerweile hat sich Sammer von der schweren Erkrankung erholt und wer ihn kennt, weiß, es ist nur eine Frage der Zeit, bis er auf die Fußballbühne zurückkehrt.